Textilindustrie – bis zum letzten Hemd
Die Textilindustrie gehört zu den ältesten, aber auch wichtigsten Wirtschaftszweigen weltweit. Aus verschiedenen Materialien werden unterschiedliche Textilien herstellt. Ein Großteil davon wird für die Bekleidungsindustrie eingesetzt. Aber es gibt auch ganz andere Bereiche, die von der Textilindustrie profitieren. Zum Beispiel Vorhänge, Polsterstoffe, Handtücher, Teppiche, Gardinen, Verbandstoffe, Zelte und vieles mehr. Es wird mit verschiedenen Vliesstoffen, Nähgewirke, Gespinste und Gewebe gearbeitet.
Verschiedene Bereiche & Techniken
Da es so viele Teilbereiche gibt, werden diese in verschiedene Produktionsstufen eingeteilt. Zum Beispiel die Weberei, Wirkerei, Strickerei, Textilveredelung und Spinnerei.
Die Bekleidungsindustrie ist eigentlich ein eigenständiger Bereich. Trotzdem spricht man in der Regel von der Textil- und Bekleidungsindustrie.
In der heutigen Zeit spezialisieren sich viele Unternehmen auf einzelne Rohstoffe. Einige arbeiten mit Leinen, Baumwolle, Wolle, Chemiefasern oder Seide. Immer beliebter werden zunehmend biologische Rohstoffe, die gerne weiterverbreitet und als Bioprodukt verkauft werden.
In der Textilindustrie werden verschiedene Techniken durchgeführt. Zu den wichtigsten zählen das Bleichen, Flechten, Drucken, Färben, Häkeln, Gewirke, Walken, Spinne, Weben, Stricken, Sticken, und Kämmen.
Textilindustrie im deutschsprachigen Raum heute
In Deutschland nimmt die Zahl der Textilbetriebe laufend ab. 2007 waren nur noch Rund 100.000 Menschen in dieser Branche beschäftigt. Der Grund dafür ist, dass immer mehr Textilien aus China, Südkorea und Indien importiert werden. Dort sind die Stoffe um einiges günstiger. Somit können die Modefirmen ihre Bekleidung auch wieder günstiger an die Endkunden verkaufen. Da es in der Vergangenheit schon einige Skandale wegen Kinderarbeit gab, setzen immer mehr Betriebe wieder auf Bio und Fairtrade-Marken. Diese sind zwar teurer, aber man kann sich sicher sein, dass die Arbeiter nicht unterbezahlt oder als Sklaven gehalten werden.
Dennoch gibt es in Deutschland ein paar Gebiete, wo die Textilindustrie noch am Laufen ist. Dazu zählen auf jeden Fall Albstadt, Augsburg, Aachen, Aschaffenburg, Bielefeld, Herford, Chemnitz, das Bergische Land und das Erzgebirgsvorland mit Crimitschau. Auch Oberfranken und das Ruhrgebiet sind noch sehr bekannt dafür. In Mönchengladbach befindet sich die Hochschule Niederrhein für Textil- und Bekleidungstechnik. Über 1.800 Studenten lernen dort alles über die Textiltechnik.
In Österreich ist die Banderzeugung noch sehr bekannt. Vor allem in Vorarlberg, Wald- und Mühlviertel findet man noch einige Traditionsbetriebe.
In der Schweiz werden heute noch sehr viele Stickereien produziert. Früher war das Land bekannt für seine hochwertigen Leinwände und Baumwollprodukte.
Die Textilindustrie in der Zukunft
Back to the Bacics. Sehr viele Menschen haben schon erkannt, dass manche Materialien ungesund für die Haut sind. Deswegen setzt man jetzt wieder mehr auf Biobaumwolle und ähnliche Erzeugnisse. Sicher wird es in Zukunft auch noch Billigstoffe aus China geben. Langsam aber doch werden diese verschwinden, weil sie einfach die Umwelt und den Menschen schädigen. Die Träger selbst bemerken, dass manche Materialien einfach nicht gut tun. Deswegen geht der Trend wirklich wieder Richtung, Umweltschutz, Bio und gesunde Materialien. Auch auf Qualität legen die Menschen wieder mehr wert. Da viele den Cent zweimal umdrehen müssen, kaufen sie eher Ware, die nicht so schnell kaputt geht. Qualität hat ihren Preis. Dafür kann man sie aber auch lange tragen.
Image: Kheng Guan Toh – Fotolia